Wenn Kinder viel Zeit mit digitalen Spielen verbringen

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Nicht erst seit kurzem findet für Kinder ein großer Teil ihrer Freizeit zu Hause statt. Digitale Spiele sind heutzutage ein sehr beliebter Zeitvertreib, egal ob an der Konsole, dem PC, dem Tablet oder am Smartphone. Der Wunsch nach einem bestimmten Spiel, einer Konsole oder nach mehr Spielzeit führt dabei häufig zu Konflikten innerhalb der Familie. ZEBRA beantwortet häufig gestellte Fragen zu digitalen Spielen in der Medienerziehung.

Ab wann darf ein Kind spielen?

Auch wenn sehr junge Kinder unter 5 Jahren bereits in der Lage sind Smartphones, Tablets oder Konsolen zu bedienen, sind sie nicht in der Lage, die digitale Eindrücke richtig zu verarbeiten. Altersgerechte digitale Spiele werden deshalb frühstens ab dem Vorschulalter empfohlen und sollten dort nur unter elterlicher Aufsicht und maximal eine halbe Stunde am Tag stattfinden. 

Was ist das richtige Medium?

Smartphone, Tablet oder Computer haben oft den Vorteil, dass sie in vielen Familien schon vorhanden sind. Allerdings ist es mit mobilen und internetfähigen Geräten für Kinder oft leichter sich der Kontrolle der Eltern zu entziehen. Das birgt Gefahren: Eltern wissen nicht, was ihre Kinder für Inhalte konsumieren und mit wem sie ggf. in Kontakt geraten. Eigene mobile Geräte sind allgemein frühstens mit dem Eintritt in die weiterführende Schule empfohlen, wobei es hier natürlich individuell auf die bereits vorhandene Medienkompetenz des Kindes ankommt. Grundsätzlich ist es dabei aber wichtig, dass Regeln für die Nutzung definiert werden. Für jüngere Kinder empfiehlt es sich daher eher auf festen Geräten im Wohnzimmer zu spielen (zum Beispiel auf der Konsole oder am PC). 

Ist ein Spiel geeignet?

Ein Anhaltspunkt bietet die Einschätzung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Die Altersfreigaben der USK sind unterteilt in: ab 0, ab 6, ab 12, ab 16, ab 18 Jahren. Sie geben eine Mindestanforderung aus Sicht des Jugendschutzes wieder und beziehen sich ausschließlich auf die Inhalte des Spiels. Die Komplexität des Spielgeschehens oder die pädagogische Eignung werden von der USK nicht bewertet. Umfassende Einschätzungen und pädagogische Beurteilungen finden Eltern aber beim Spieleratgeber NRW und unter spielbar.de. Außerdem empfehlen wir Eltern, sich Spiele selbst anzuschauen, um einen Endruck zu gewinnen. Alternativ können sich Eltern auch Trailer oder "Lets Play-Videos" von Spielen anschauen, um sie einschätzen zu können. 

Was gibt es sonst zu beachten?

Viele Spiele werden nicht mehr ausschließlich auf klassischen Konsolen oder am PC, sondern direkt am Smartphone oder Tablet gespielt. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Spiele nur aus offiziellen App-Stores (z.B. Google Play oder App Stores) heruntergeladen werden, um keine Schadstoftware zu installieren. 

Besonders kostenlose Apps finanzieren sich meist über Werbeeinblendungen oder sogenannte In-App-Käufe - für Kinder oft undurchsichtig. Es lohnt sich deshalb, lieber ein paar Euros in hochwertige Spiele-Apps zu investieren. 

Jugendschutzeinstellungen

Smartphones, Konsolen und PCs bieten verschiedene Möglichkeiten, um Jugendschutzeinstellungen vorzunehmen. Das ist wichtig, damit Kinder und Jugendliche nicht in Kontakt mit für ihr Alter unangemessenen Inhalten kommen. Besonders bei Spielen und Spieleplattformen mit Chatfunktionen sollten Eltern aufpassen. Dort besteht die Möglichkeit, dass Kinder in Kontakt mit Fremden kommen, was zu Cybergrooming oder auch zu Kontakt mit extremistischen Inhalten führen kann. Wenn möglich, sollte eine Chatfunktion daher vorerst beschränkt werden. 

In-Game-Käufe

Besonders bei Spiele-Apps, aber auch bei manchen Konsolen- und PC-Spielen können In-Game-Käufe getätigt werden. Das bedeutet, dass mit Echtgeld beispielsweise Ausrüstung für einen Charakter gekauft werden kann. Kinder können dabei schnell den Überblick verlieren, wie viel Geld sie bereits ausgegeben haben. Am Smartphone können In-App-Käufe meist durch einen Passwortschutz geperrt oder sogar ganz deaktiviert werden. Alle Links zu den Internetseiten der Hersteller und den Jugendschutzeinstellungen dieser gibt es beim Internet-ABC.

Was tun, wenn das Kind nur noch am Spielen ist?

Es ist wichtig, dass Eltern gemeinsam mit den Kindern Regeln für das Gaming aufstellen. Das sollte idealerweise vor dem Kauf eines Spiels passieren. Der Mediennutzungsvertrag kann dabei helfen. Damit das Spielen nicht überhandnimmt, ist es wichtig, alternative Freizeitaktivitäten anzubieten. Das kann ein Hobby im Verein sein, aber auch gemeinsame Familienaktivitäten. Besonders Bewegung im Freien sollte durch das Spielen am Bildschirm nicht zu kurz kommen. Gerade junge Kinder merken in der Regel selbst, wenn es ihnen zu viel wird - oft fehlt ihnen aber die Inspiration für alternative Beschäftigungen. 

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